Tuesday, 16 November 2010

Wein - Nektar der Götter

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Was? Sie mögen keinen Wein? Ich kann das verstehen, aber ich kann das nicht mehr akzeptieren. Nicht seit heute, 13th November 2010. Da habe ich nämlich eine Weinmesse besucht, und hatte die Gelegenheit 164 Weine aus weiten Teilen von Europas zu probieren.


Lassen Sie mich das bitte ein bisschen näher erläutern: Ein Freund hat sich dieser Tage eine Weinhandlung gekauft. Es ist einer dieser Schwelgerischen, die nicht nur Wein sondern auch Cognac, Whisky, Grappa und jede Menge andere spirituelle Getränke verkaufen, neben einer Vielfalt der herrlichsten Delikatessen.

Dieses Einkaufsparadies heisst
Weinmarkt Mattheis (nach dem Vorbesitzer benannt) und ist ganz in der Nähe der wunderschönen Tübinger Innenstadt (engl.) zu finden. Diese ist an sich schon einen Besuch wert, der jedoch durch einen Bummel durch den Weinmarkt mächtig bereichert wird. Von der Innenstadt einfach zu Fuss zu erreichen, ist das Geschaeft in einer perfekten Lage fuer eine Weinprobe. Für den Einkauf allerdings sollte man durchaus übelegen ein Transportmittel mit Rädern zu bemühen; ach zu schnell hat man zu viel gekauft um es noch tragen zu können. Nun hat besagter Freund, der auf den Namen Jürgen Schlanke hört, die erste Weinmesse unter seiner Mattheis'schen Regierungszeit organisiert und natürlich mussten wir, das sind mein guter Gatte und ich, dabei sein.

Ich habe da allerding ein Geständnis zu machen: Ich war zwar begeistert über die Gelegenheit Weine zu probieren, ich bin für jede Art von Party zu haben, aber ich habe den weiten Weg von England eigentlich gemacht um meine Freunde zu sehen, es ist mehr mein Mann der dem Weine zuspricht. So mögen Sie sich dann vielleicht wundern warum jemand der von Wein nichts versteht, sie nun belehren möchte... und ich möchte mit den Worten des Spanischen Winzers antworten, dem ich ein bisschen schüchtern erklärt habe, dass ich von Wein nicht viel verstehe. Er sagte: "Sie brauchen gar nichts über Weine zu wissen, WIR müssen das, aber Sie nicht! Sie müssen nur wissen ob er ihnen schmeckt. Es ist als ob Sie sich ein Bild ansehen, sie wissen doch auch einfach so ob es ihnen gefällt."

In disem Sinne möchte ich Sie nicht über Weine belehren, sondern erläutern wie man sich an sie heranwagt.

Sie müssen sich einmal vorstellen wie es mir erging: Ich gehe in dieses beindruckende Geschäft mit all diesen schön aufgereihten Flaschen an den Wänden entlang, mit Winzertischen zwischen den Regalen eingebettet, wunderschönes Brot und leckere Kuchen gleich daneben um dem Alkohol entgegenzuwirken und die Geschmacksknospen zu neutralisieren... die Stimmung ist grossartig, überall unterhalten sich Leute über Wein und alte Bekannte treffen sich, und ich gehe und gehe, vom Geschäft ins erste Lager, dann ins zweite, ein toller Blick hinter die Kulissen... dieses Geschäft ist riesig. Da schwirren nicht nur die Stimmen sondern auch der Kopf. Wo soll man nur anfangen? Da kommt dann das Mattheis'sche Team zum Einsatz. Jürgen und seine 12-Leute starke Expertentruppe beraten und bringen den Sturm im Kopf zur Ruhe.


Nach ein paar allgemeinen Floskeln wurde ich zu einem Punkt der Konversation geführt an dem mir klar wurde warum ich immer dachte, dass ich eigentlich keinen Wein mag. Es stellt sich nämlich heraus, dass ich den Weingeschmack meines Mannes nicht teile! Er mag sie recht kräftig mit Tanninen und als barrique ausgebaut (in einem neuen Eichenfass gelagert, so dass der Wein den Eichengeschmack annimmt), während ich sie recht fruchtig mag, im Sommer recht leicht und im Winter eher süss. Ausserdem ist es ihm egal ob er einen Wein zum Essen trinkt oder nur mal ein Glässchen am Abend. Für mich macht das einen grossen Unterschied. Da hat unser Gastgeber im Handumdrehen die lange Weinliste auf ca 30 Weine reduziert, die für uns in Frage kommen könnten. Das hab ich ja nun nicht kommen sehen!


Lektion 1 - Ob Sie nun Ihre ehelichen Geschmacksprobleme lösen möchten, einen Wein suchen der zu einem bestimmten Gericht passt oder für bestimmte Gelegenheiten geignet ist: Stellen Sie sich eine Aufgabe und dann fragen Sie Ihren Experten um Rat!

... und unser Berater hat mit seiner Auswahl voll den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich wusste ja, dass es viele verschiedene Weine gibt, und ich wusste auch das die alle ein bisschen unterschiedlich schmecken, aber ich hatte keine Ahnung WIE unterschiedlich Weine schmecken können. Da waren Französische, Spanische, Süd Italienische, Nord Italienische und einige lokale Winzer auf unserer Liste und sie schmeckten mir alle recht gut während der gute Gatte von jedem einzelnen am Schwärmen war. Aber erstaunlicherweise waren da mehr Übereinstimmungen im Geschmack als wir dachten. Es stellte sich heraus das wir die gleichen Weine überhaupt nicht mögen, dass wir die gleichen Weine sehr mögen und doch einige für mich zum Essen geeignet sind, die ihm auch solo schmecken. Das ist durchaus ein fairer Kompromiss!

Lektion 2 - Suchen Sie nach Geschäften wie Weinmarkt Mattheis wo sie Weine probieren können.


Lektion 3 - Sollten Sie die Gelegenheit haben and einer Weinmesse teilzunehmen, dann probieren Sie immer mal einen Weissen zwischen den Rotweinen, das neutralisiert die Geschmacksknospen.


Lektion 4 - Machen Sie sich Notizen. Man kann sich das alles einfach nicht merken.


Nun lassen Sie mich bitte ein bisschen von den Delikatessen erzählen. Wie bei den Weinen sind einige lokal produziert, andere kommen aus Europäischen Ländern, hauptsächlich Italien. Ich habe schon einige Essige, Öle und Pesto ähnliche Pasten probiert, aber die Proben an diesem Abend waren doch eine Klasse für sich. Es gab so vieles, dass ich gar nicht alles benennen kann, aber ich möchte doch das Kürbiskern Öl herausstellen; ein Aroma das die Sinne in Ekstase versetzt, so nussig und vollmunding. Ich brauche nur ein Stückchen Brot mit Öl um glücklich zu sein. Das Gleiche gilt für das frische Olivenöl. So etwas habe ich noch nie gegessen. Es ist nur eine Woche alt und so frisch und fruchtig, einfach göttlich! Es ist ein so neues Produkt, dass es wohl erst im Dezember zu haben sein wird. Ich hatte Glück, dass die nette Dame von dem Stand Mitleid hatte und mir eine ihrer Probeflaschen überlassen hat. Grazie Italia!

Am Ende hatten wir ein echtes Problem. Es gab drei Weine die wir sehr mochten: Einen Spanischen, einen Süd Italienischen und eine lokalen. Wer hätte das denn nun gedacht? Na und dann brauchten wir natürlich auch ein paar der Delikatessen... warum nur hatten wir beschlossen mit leichtem Gepäck zu reisen?


Unsere Beute!

Also mussten wir zu unserem grossen Bedauern den Spanier zurück lassen und hoffen nun, dass das Mattheis'sche Internet Geschäft auch bald nach England und natürlich auch auf den Rest von Europa ausgeweitet wird.

Na, und dann ist da ja auch immer noch die Weinmesse in 2011 auf die man sich freuen kann. Dann werden wir uns auch mit den Whiskey und Cognac befassen. Wir sollten uns einfach nächstes Jahr im Herbst mal in Tübingen treffen.

Bis dahin: Prost!


Gallerie von der Weinmesse


Jürgen und Rike Schlanke - Ein starkes Team!


Jorina Schlanke - Familienunterstützung!


Alt und Neu


Mjamm!


Alle haben gute Laune!

... und ein paar Flaschen die für mehr gute Laune sorgen ...


... und noch ein paar ...


Ein Blick hinter die Kulissen während die herrlichsten Delikatessen auf Verzehr warten.

Da läuft einem doch das Wasser im Munde zusammen ...
Gleich am Eingang des Geschäftes warten die Delikatessen darauf
in den Einkaufskorb gelegt zu werden.


Guten Appetit!

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